It Takes Two
Videoarbeiten aus der Antonio Dalle Nogare Sammlung
Laura Grisi
28.3. – 25.7.2026
Kuratiert von Eva Brioschi
Dritte Veranstaltung der Laura Grisi gewidmet ist
Eva Brioschi im Gepräch mit Mauro Scotini und Brando Quilici
Eröffnung: 28. März um 11:00 Uhr
It Takes Two
Videoarbeiten aus der Antonio Dalle Nogare Sammlung
Laura Grisi
28.3. – 25.7.2026
Kuratiert von Eva Brioschi
Dritte Veranstaltung der Laura Grisi gewidmet ist
Eva Brioschi im Gepräch mit Mauro Scotini und Brando Quilici
Eröffnung: 28. März um 11:00 Uhr
Der Titel ist eine ironische Erinnerung daran, dass die Verwirklichung eines Kunstwerks die Arbeit des Künstlers, aber auch die des Betrachters erfordert. Letzterer vervollständigt mit seiner Wahrnehmung die vom Künstler begonnene kreative Reise. In der Dunkelheit eines Videoraums wird die Beziehung zwischen Künstler und Betrachter noch enger. Wie in einem Beichtstuhl des Geistes gibt man sich den Bildern hin, verliert den Bezug zu Raum und Zeit und begrüßt die Möglichkeit einer multisensorischen Übertragung und einer unvorhersehbaren Epiphanie.
Jede Eröffnungsveranstaltung bietet einen Moment der Vertiefung und partizipativen Interpretation des ausgestellten Werks, moderiert von der künstlerischen Leiterin der Stiftung, Eva Brioschi, im Dialog mit dem Künstler und Fachleuten aus der Welt der Kunst.
Die dritte Veranstaltung von It Takes Two ist Laura Grisi, einer Pionierfigur und „Nomadin” der zeitgenössischen Kunst, gewidmet. Ausgestellt das Video Wind Speed 40 Knots (1968), präsentiert von Eva Brioschi in Dialog mit den Kurator Marco Scotini und den Sohn der Künstlerin, Brando Quilici.
Freier Eintritt und kostenlose Führung durch die aktuellen Ausstellungen mit Kuratorin Eva Brioschi um 10:00 Uhr.
Das Gespräch wird auf Italienisch stattfinden.
Laura Grisi
Wind Speed 40 Knots, 1968
© Antonio Dalle Nogare Collection
Wind Speed 40 Knots
1968
Digitales Schwarzweißvideo aus einem 16-mm-Film
Das Video, 1968 ursprünglich auf 16 mm realisiert, ist einer der ersten und radikalsten Versuche, durch bewegte Bilder den Begegnungsraum zwischen dem Menschen und den natürlichen, unvorhersehbaren, unbeherrschbaren und nicht darstellbaren Kräften zu repräsentieren. In diesem Video hört der Wind auf, eine meteorologische Bedingung zu sein, und wird zu einem strukturellen Element des Werks, das die Statik der traditionellen künstlerischen Medien herausfordert – durch eine Praxis an der Grenze zwischen wissenschaftlicher Strenge und phänomenologischer Sensibilität.
Design Sindi Karaj
Laura Grisi
Grisi (Rhodos, 1939 – Rom, 2017) experimentierte mit Fotografie, Video, Malerei und der Realisierung komplexer Rauminstallationen und wurde gelegentlich in die Pop Art, der Konzeptkunst, der kinetischen und der Umweltkunst integriert.
1964 gab sie ihr Debüt mit ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Il Segno. 1965 nahm sie an der Quadriennale in Rom teil und zeigte ihre zweite Einzelausstellung in der Galerie Ariete in Mailand. 1966 nahm sie an der Biennale di Venezia teil und erlangte schnell internationale Anerkennung, indem sie in der Leo Castelli Gallery in New York ihren ersten Werkzyklus ausstellte: Variable Paintings und Neon Paintings. Verheiratet mit dem Dokumentarfilmer und Schriftsteller Folco Quilici, reisten sie häufig zusammen und besuchten zahlreiche Orte in Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien. Diese Reisen ermöglichten es ihr, sich mit den verschiedenen Kulturen und den Kräften der Natur auseinanderzusetzen: Wind, Licht, Nebel, Wasser, die sie in ihren Werken durch Kameraaufnahmen neu verarbeitete.
Seit 1968 hat sie zahlreiche internationale Einzelausstellungen, darunter in der Kunsthalle Düsseldorf (1968), der Kunsthalle Bern (1969), der Leo Castelli Gallery, New York (1973), dem Van Abbemuseum, Eindhoven (1976), der Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf (1978) und bei Ugo Ferranti, Rom (1979). Sie nahm mehrmals an der Quadriennale in Rom (1965, 1973, 1986) und an der Biennale di Venezia (1966, 1986, 2022) teil. Dank der Neuinterpretation von Grisis Werk durch Marco Scotini und P420 wurden in den letzten Jahren wichtige Einzelausstellungen realisiert, wie beispielsweise im Museum Susch (2021), im MAMCO in Genf (2022) und im P420 in Bologna (2025).
Ihre Werke sind in den Sammlungen zahlreicher internationaler Institutionen vertreten, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Brooklyn Museum, das Weisman Museum in Los Angeles, die Galleria Civica d’Arte Moderna in Turin, die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom, das EMMA | Espoo Museum of Modern Art in Espoo (FI), die Tate Modern in London und das Centre Pompidou in Paris.
Laura Grisi, Porträt der Künstlerin, Sahara-Wüste, 1963.
Mit freundlicher Genehmigung: Laura Grisi Estate und P420, Bologna.
Marco Scotini
Marco Scotini ist künstlerischer Leiter der NABA (Mailand, Rom, London), nachdem er seit 2004 die Abteilung für Bildende Kunst geleitet hatte. Zuvor war er künstlerischer Leiter des FM Centro per l'Arte Contemporanea in Mailand und ist nun verantwortlich für das Ausstellungsprogramm des PAV – Parco Arte Vivente in Turin. Er hat über 300 Ausstellungen weltweit kuratiert, darunter Ausstellungen für die Biennale von Venedig (2015, 2024), die Biennale von Istanbul (2022), die Biennale von Bangkok (2020, 2022) sowie die Biennale von Prag (2003, 2005, 2007), der Biennale von Yinchuan (2018) und der Biennale von Anren (2017) sowie des langfristigen Projekts Disobedience Archive, das seit 2005 international präsentiert wird. Er hat an Ausstellungen und Vortragsreihen mit bedeutenden Institutionen wie dem Castello di Rivoli, der Documenta, dem Museo Reina Sofía, dem MAXXI, dem MAMCO Genf und dem Migros Museum mitgewirkt und ist wissenschaftlicher Leiter zahlreicher Künstlerarchive, darunter die von Gianni Colombo, Bruno Di Bello, Bert Theis, Clemen Parrocchetti, Laura Grisi und den Stiftungen Nanni Balestrini und Emilio Scanavino. Er ist Autor von Artecrazia, Politics of Memory und L'inarchiviabile und künstlerischer Leiter der Reihe „Geoarchivi” für Meltemi.
Ph. Yin Shuai
Brando Quilici
Brando Quilici ist ein italienischer Filmemacher, Regisseur und Dokumentarfilmer. In über zwanzig Jahren hat er Dutzende Dokumentationen und Specials für internationale Sender wie National Geographic Channel, Discovery Channel und PBS (NOVA) produziert und Auszeichnungen bei renommierten Festivals wie dem Jackson Hole Film Festival und dem Trento Film Festival erhalten. 2013 produzierte und koproduzierte er den Abenteuerfilm Il mio amico Nanuk (The Journey Home), der in der Eiswelt der kanadischen Arktis spielt. 2022 schrieb, inszenierte und produzierte er Il ragazzo e la tigre (Ta’igara: An Adventure in the Himalayas), einen Film, der Natur, Abenteuer und Themen des Umweltschutzes miteinander verbindet. Als Sohn des bekannten Dokumentarfilmers Folco Quilici und der Künstlerin Laura Grisi spiegelt seine Arbeit eine tiefe Aufmerksamkeit für Natur, Biodiversität und Weltkulturen wider.
Ausstellung
It Takes Two
Videoarbeiten aus der Antonio Dalle Nogare Sammlung
Laura Grisi
28.3. – 25.7.2026
Kuratiert von Eva Brioschi
Dritte Veranstaltung der Laura Grisi gewidmet ist
Eva Brioschi im Gepräch mit Mauro Scotini und Brando Quilici
Eröffnung: 28. März um 11:00 Uhr

