Am 9. Dezember findet um 19.00 Uhr eine kostenlose Führung durch die Ausstellung Re-Materialisierung der Sprache 1978-2022 mit den Kuratoren Andrea Viliani und Cristiana Perrella statt. Um 20.00 Uhr folgt eine Performance von Tomaso Binga.

Fondazione Live «Tomaso Binga. IO SONO UNA CARTA...»

Kuratiert von Cristiana Perrella, Andrea Viliani

09.12.2022

IO SONO UNA CARTA…

eine poetische… Aktion, Lesung, Performance

kuratierT von: Cristiana Perrella und Andrea Viliani

9. Dezember 2022 – 20.00 Uhr

 

Am 9. Dezember um 20:00 Uhr präsentiert die Antonio Dalle Nogare Stiftung, im Rahmen der Ausstellung Re-Materialisierung der Sprache 1978-2022, die Veranstaltung Tomaso Binga. IO SONO UNA CARTA… eine poetische… Aktion, Lesung, Performance, präsentiert durch die Kurator*innen der Ausstellung Cristiana Perrella und Andrea Viliani. Um 19:00 Uhr wird eine Führung durch die Ausstellung vonseiten der Kurator*innen stattfinden.

 

Für die erste der zahlreichen Aktivierungen der Ausstellung, welche im öffentlichen Programm Fondazione Live in regelmäßigen Abschnitten vorgesehen sind, berufen sich die Kurator*innen auf den Titel einer Komposition der Künstlerin (Io sono una carta, 1977Ich bin ein Papier, 1977). Dabei ist das Ziel dieser Veranstaltung nicht nur jenes, die Teilnahme dieser Künstlerin an der Ausstellung zu vertiefen, indem sie an ihrer breiten künstlerischen Praxis anknüpft, sondern, diese regelrecht zu aktivieren, indem die Öffentlichkeit Teil einer Sprache wird, die über ihre eigene Abbildung hinausgeht und durch Körper und Gesten belebt wird. Durch diese regelmäßigen Aktivierungen der Ausstellung wird letztere zu einer lebendigen Selbstreflexion der Grenzen zwischen Wort und Abbildung, Werk und Dokument, Ausstellung und Buch, Manufakt und Körper, Autor*in und Konsument*in.

 

Tomaso Binga ist das absichtlich männliche und dadurch irreführende Alter Ego von Bianca Menna (Salerno, 1931). Ausdrucksform einer Künstlerin, welche die Mechanismen der Kunst selbst, ebenso wie die Formen von Wissensproduktion und -vermittlung in Frage stellt, indem sie vom Null-Grad der Kommunikation und des Ausdrucks von Identität ausgeht: dem Wort und der Sprache. Bingas künstlerische Praxis beschäftigt sich auf existenzielle Weise mit dem Schreiben und findet in Form von Wörtern, Gesten und dem Einsatz ihres Körpers einen organischen und radikalen Ausdruck, der gleichzeitig kollektiv und intim erlebt wird.

 

Von den ersten Performances, die der Geste (Vista Zero, 1972) und der Schrift (Nomenclatura e Ordine Alfabetico, 1973- 1974) gewidmet sind, geht Binga 1977 mit Poesia Muta, Ti scrivo solo di domenica und Io Sono una Carta zu poetischen Performances über, welche ausschließlich dem Klang des Wortes selbst dienen. Gezeichnet durch eine klare, feministische Struktur, sind diese Aktionen eine Anprangerung an den Zustand der Frau, welche an den Rand einer patriarchalen und männlich-chauvinistischen Gesellschaft gedrängt wird. Binga nähert sich den rhythmischen und akustischen Werten des Wortes auf neue Art und Weise und verleiht dem poetischen Vers damit Tiefe und Persönlichkeit. Sinn und Signifikant verschwimmen in einem continuum von Anspielungen, Ausweichmanövern und wechselseitigen Eingriffen und bieten dadurch die Möglichkeit die Sprache selbst neu zu erfinden.

Vernichtende Ironie, die Verwendung von Nonsens und der Umsturz des Gewöhnlichen, die Überlagerung von geschriebener Poesie, visueller Poesie (bestehend aus Wort und Bild) und rezitierter Poesie, sind die destabilisierenden Elemente ihrer poetischen Performances, in denen gestische Energie und körperliche Dynamik eine direkte Verbindung zwischen dem Text und seinen Konsument*innen suchen und herstellen. Letztere wiederum sind aufgefordert aktiv auf die beispiellose Nähe von Bingas sprachlicher und intellektueller Provokation zu reagieren. „Mein Körper ist auch der Körper des Wortes“, erklärt die Künstlerin. Binga ist in der Tat, wie Stefania Zuliani betont, eine „totale Dichterin, die sich mit unbeugsamer Freude über die Verpflichtungen des Geschlechts hinwegsetzt und vor allem zur Welt gehören will, indem sie ihr flexibles Alphabet aus Zeichen und klangvollen Gesten, aus Akzenten und respektlosen Erfindungen konstruiert, wobei sie konkret mit ihrem Körper arbeitet, mit ihrem eigenen Frauenkörper, der jenseits aller Konventionen, jenseits aller sozialen Konnotationen, eindeutig zu einem Buchstaben und einem Symbol wird“.

 

Klicken Sie hier für die Pressemitteilung.

 

Mit der freundlichen Unterstützung der Autonomen Provinz Bozen und Gasperotti Safety & Comfort Doors.

In Zusammenarbeit mit Frittelli | Arte Contemporanea,  Galleria Tiziana Di Caro und Galleria Erica Ravenna.

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